Gisela Weyand
Einfach Enkaustik
14. September - 28. September 2025

Der Begriff Enkaustik ist bereits seit
mehr als zweieinhalb Jahrtausenden bekannt. Die Blütezeit der Technik,
in Wachs eingebundene Pigmente auf einen Malgrund aufzutragen, war in der griechisch-römischen
Antike. Für die damalige Zeit, aber auch noch heute, war das Verfahren
sehr aufwendig und geriet aus diesem Grund lange in Vergessenheit. Aber glücklicherweise
wurde die alte Technik im 20. und 21. Jahrhundert wieder neu belebt.
Eine Künstlerin, die fast ausschließlich mit dieser Technik arbeitet,
ist Gisela Weyand. Für ihre Arbeiten nutzt sie ausschließlich Bienenwachs,
das in einem Wasserbad auf 60 Grad erhitzt wird. Bienenwachs hat für Gisela
Weyand viele positive Eigenschaften, weshalb sie ausschließlich das Material
verwendet. Es besitzt eine besondere Oberflächenbeschaffenheit, die letztendlich
ausschlaggebend für ihre Arbeiten ist. Aber auch der besondere, intensive
Geruch und die schützenden Eigenschaften sind für Gisela Weyand Gründe,
die für die Verwendung von Bienenwachs sprechen. Die Oberflächenbeschaffenheit
des Materials bildet einen samtigen, milchigen Glanz, der das Licht nicht kalt
spiegelt, sondern sanft in sich aufnimmt und zu speichern scheint. Für
die reduzierten, fast minimalistischen Arbeiten von Gisela Weyand bildet diese
Eigenschaft das wesentliche Merkmal, das ihre Arbeiten charakterisiert. Gisela
Weyand möchte die Betrachter dazu bringen, sich intensiv mit ihren Arbeiten
auseinander zu setzen. Um sie zu lesen, muss man sich Zeit nehmen und sich in
sie vertiefen. Keine Arbeit ist wie andere, auch wenn Gisela Weyand oft mit
Reihungen arbeitet. Die einzelnen Arbeiten sind weit davon entfernt, gleichförmig
zu wirken. Jede besitzt eigene Qualitäten und unterscheidet sich in vielen
kleinen Nuancen von den anderen. Gisela Weyand interessiert sich gerade für
diese Unterschiede, die kaum merklich sind, doch aber jeder Arbeit individuelle
Züge verleihen. Gisela Weyand kombiniert ihre Enkaustik-Arbeiten mit unterschiedlichsten
Materialien. Sei es Gaze, geschöpfte Papiere, Seile, Hölzer und viele
andere Dinge. Jede Arbeit fällt durch frei gesetzte Zeichen- und Formensetzungen
oder Collagen auf, die behutsam mit Wachs überzogen sind. Durch den Wachsüberzug
erhalten die Arbeiten eine besondere Aura, die den Blick nicht einschränkt,
sondern ganz im Gegenteil noch intensiviert und die einzigartigen Besonderheiten
jeder dieser Arbeiten hervorhebt. Die Entdeckung dieser Besonderheiten ist letztendlich
das Ziel, wodurch die Betrachter eingeladen werden, zur inneren Ruhe und Konzentration
zu finden!
Die Eröffnung der Ausstellung im [kunstraumno.10] in Mönchengladbach fand am 14. September 2025 in der Zeit zwischen 11:30 und 16:00 Uhr statt. Die Ausstellung war bis zum 28. September 2025 freitags von 17 - 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 - 16:30 Uhr zu besichtigen.
Im Rahmen des parc/ours in Mönchengladbach
war die Ausstellung am Samstag, dem 20. September von 13:00 - 18:00 Uhr und
am Sonntag, dem 21. September von 11:00 - 18:00 Uhr geöffnet.